Ein JA wagt sich gerne aus der Komfortzone

Katjas Geschichte über persönlichen Einsatz und nachhaltige Hilfe

Eine Kindheitserinnerung - und eine neue Herausforderung

Zu jedem Weihnachtsfest in Katja Cramers Elternhaus gehörten sie dazu: Die Weihnachtskarten der SOS-Kinderdörfer. „Ich erinnere mich heute noch genau an die bunten, von Kindern gemalten Postkarten, die meine Eltern als Weihnachtsgrüße an Freunde und Familie verschickten. Sie sind beide im Krieg aufgewachsen und haben die Idee, Kriegswaisenkindern eine neue Familie und einen geschützten Raum zum Aufwachsen zu geben, schon damals als junge Eltern unterstützt”, erzählt Katja. Dass sie viele Jahre später ihre Arbeit bei Janssen ausgerechnet direkt in die SOS-Kinderdörfer führen würde, konnte sie nicht ahnen.

Katja, studierte Chemie-Ingenieurin, arbeitet seit fast 20 Jahren für Janssen. Zu Beginn war Katja für klinische Studien zu neuen Arzneimitteln verantwortlich. Heute sorgt sie als Patientenbeauftragte des Unternehmens dafür, dass die Forderungen und Bedürfnisse von Patienten gehört werden und in Entscheidungen bei Janssen grundsätzlich mit einfließen - ”Denn wir verfolgen den ganzheitlichen Ansatz, der sich auf das Verständnis für die jeweilige Erkrankung, den Menschen und seine Lebensrealität stützt. Dafür fragen wir Patienten und Angehörige, was ihnen wichtig ist und beherzigen ihre Anregungen und Wünsche soweit es uns irgend möglich ist. Dabei legen wir Wert auf gegenseitigen Respekt, Integrität, Unabhängigkeit und Transparenz”, erzählt sie.

 

SOS-Kinderdorf - alt bekannt und doch ganz neu für Katja

Katja war eine der ersten, die sich 2014 für einen Einsatz innerhalb unseres J&J Global Community Impact Secondment-Programms beworben haben: Janssen-Mitarbeiter verlassen ihren Arbeitsplatz für einige Monate, um ihre beruflichen Fähigkeiten für eine Hilfsorganisation einzusetzen. SOS Kinderdorf suchte für mehrere Einsatzorte und Aufgaben Spezialisten, u.a. für die Entwicklung eines Programmes zur Spendenansprache von Unternehmen „Als ich den Aufruf entdeckt hatte, war mir sofort klar: JA, da will ich hin!” sagt Katja lachend.

 

Katjas Sprung ins kalte Wasser

Die Zusage von SOS Kinderdorf kam und Katja bereitete sich zunächst auf einen Einsatz in Österreich vor. Dann hieß es: „Wir brauchen auch jemanden für Osteuropa und dein Profil passt für beide Aufgaben. Könntest Du beides übernehmen?” Katja zögerte nicht lange und sagte JA. Und so begann eine aufregende Zeit jenseits der Komfortzone. „Ich war hauptsächlich in Budapest und sprach erst mal kein Wort Ungarisch”, erinnert sie sich. „Die Kollegen vor Ort waren sehr nett, aber trotzdem: Am Ende des Tages war ich allein in einem Land, dessen Sprache ich nicht sprach und nicht verstand. Ich habe also anfänglich sehr viel Zeit mit mir verbracht. Das war neu und sehr ungewohnt. Aber um nichts in der Welt möchte ich diese Zeit missen, denn sie hat mich geprägt und stärker gemacht.”

Als ich den Aufruf entdeckt hatte, war mir sofort klar: JA, da will ich hin!

 

Kindern ein Zuhause geben

Neben den eigentlichen Kinderdörfern bietet SOS Kinderdorf auch Hilfsangebote für Familien an, die sich nicht gut um ihre Kinder kümmern können. Es ist ein letzter Versuch, zu verhindern, dass die Kinder ihren leiblichen Eltern weggenommen werden. „Ich habe Situationen erlebt, die mir vor Augen geführt haben, wie kostbar es ist, zu einer intakten Familie zu gehören und sich dort sicher und geborgen fühlen zu können. Es hat mich auch angespornt, die Versorgung der Kinder vor Ort zu unterstützen - neben meiner Aufgabe, Spenden zur Sicherung der laufenden Kosten zu gewinnen und neue Partnerschafts- und Kommunikationskonzepte zu erarbeiten. Ich habe zusammen mit Janssen Ungarn und SOS das Pilotprojekt „Mental Health” für die seelische Gesundheit der Kinder in den Dörfern entwickelt. Viele von ihnen haben Traumatisches erlebt. Wir wollen den SOS-Müttern helfen, frühzeitig zu erkennen, wann die Kinder professionelle medizinische Hilfe benötigen, und dafür sorgen, dass sie diese auch bekommen. Meine Nachfolgerin aus Kasachstan hat 2015 weiter an diesem Projekt gearbeitet. Es hat sich bewährt und läuft weiter. Es macht mich sehr stolz, dass meine Arbeit dort so nachhaltig war.”

 

Ein Lächeln öffnet Türen

„Ich habe gelernt, die Perspektive zu wechseln und immer den Menschen im Blick zu haben. Gemeinsame Werte, eine positive Grundhaltung und ein Lächeln öffnen Türen. Ich muss allen Beteiligten - auch heute in meinem Beruf als Patientenbeauftragte - gut zuhören. Man muss sich die Zeit nehmen, miteinander zu sprechen, um die andere Seite wirklich zu verstehen. Wenn man es schafft, sich in die Rolle seines Gegenübers zu versetzen und die Welt mit seinen Augen zu sehen, gewinnt man ganz neue Einsichten.”

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