Ein Ja findet immer einen Weg

Ein Arzt im Einsatz für Menschen

„Ich will den Dingen auf den Grund gehen. Das wollte ich schon als junger Mediziner im Krankenhaus und das ist heute immer noch so”, erklärt Ralf Angermund. Ralf ist Facharzt für Onkologie und Hämatologie und seit 18 Jahren bei Janssen, der Pharmasparte des weltweiten Gesundheitskonzerns Johnson & Johnson. Hier leitet er den medizinischen Bereich für die Hämatologie. Mit seinem Team von über 20 Mitarbeitern beantwortet er alle Fragen von Ärzten, die bei der Therapie mit Medikamenten von Janssen auftauchen. „Manchmal ist das ein bisschen wie bei 'Dr. House'. Falls zum Beispiel anscheinend neue Nebenwirkungen auftauchen, forschen wir nach der Ursache: Wurde das Medikament richtig aufbewahrt und transportiert? Gibt es Wechselwirkungen mit anderen Wirkstoffen? Wurde richtig dosiert? Oft schauen wir uns sogar die Situation vor Ort an, um nichts zu übersehen.”

Seit zwei Jahren geht Ralf noch ganz anderen Dingen auf den Grund: Neben seiner täglichen Arbeit beschäftigen ihn Fragen wie: Was brauchen arme und wohnungslose Menschen, um körperlich und seelisch gesund zu bleiben? Wie kann man ihnen die Angst vor einem Arztbesuch nehmen? Was können wir anbieten, um sie zu unterstützen?

 

Soziale Verantwortung  - JA, klar!

Eine Anfrage der Diakonie Düsseldorf bei Janssen war der Anfang von allem. Das „Arztmobil” der Diakonie stand kurz vor dem finanziellen Aus. Es ist für Obdachlose da und öffnet ihnen einmal wöchentlich als mobile Praxis seine Tür. „Die Patienten sind nicht immer versichert und trauen sich sowieso selten in eine normale Praxis”, erklärt Ralf, der die Anfrage weitergeleitet bekam. Schnell ist klar, dass Janssen gerne helfen will. Und da er den Dingen auch hier auf den Grund geht, ist auch gleich klar: „Wir wollen mehr tun, als einfach nur Geld zu spenden.” Was genau, das wird Ralf herausfinden.

Gemeinsam mit weiteren Janssen-Kollegen setzt er sich mit den Mitarbeitern der Diakonie Düsseldorf zusammen. Dabei entstehen Ideen für Menschen, die auf der Straße leben. Es geht um ihre körperliche und seelische Gesundheit. „Fernstenliebe ist einfacher als Nächstenliebe”, beschreibt Ralf die Herausforderung. „Aber 'einfach' ist für uns bei Janssen noch nie ein Argument gewesen. Wir wollen uns auch persönlich vor Ort einsetzen. Da, wo wir selbst leben und arbeiten.”

 

Ein rundes Konzept für mehr Gesundheit

Nach vielen Gesprächen und mit Unterstützung des Johnson & Johnson Corporate Citizen Trust steht am Ende das gesund.zeit.raum-Konzept. Das besteht aus vier Bausteinen. Es geht darum, Obdachlose gesundheitlich, seelisch und sozial zu unterstützen und sie ans Gesundheitssystem heranzuführen. Dafür setzt sich bei Janssen nicht nur Ralf ein. Auf eine Rundmail 2016 an die Kollegen gibt es eine überwältigende Resonanz: 32 hilfsbereite Janssen-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter melden sich sofort, um beim „gesunden Frühstück” auszuhelfen. Seitdem schmieren in den Tagesstätten der Diakonie wöchentlich Marketingleiter Brötchen, Gesundheitsökonomen schnippeln Obst und IT-Spezialisten schleppen Gemüsekisten.

Wir wollen mehr tun, als einfach nur Geld zu spenden.

 

Ralf und seine Medizin-Kollegen bieten darüber hinaus regelmäßig die Gesprächsrunde „Frag den Doc” in der Düsseldorfer Tagesstätte Shelter an, bei der die Gäste Fragen rund um das Thema Gesundheit stellen können. Hierfür werden Themen ausgesucht, die Obdachlose beschäftigen, z. B. wie man im Winter gesund bleibt, sich am besten ernährt und seine Zähne pflegt. „Wir wussten nicht, wie das angenommen wird. Man muss manches auch einfach mal probieren und dann sehen, ob es läuft”, erzählt Ralf. „Aber die Leute kommen gerne und stellen ihre Fragen.”

„Was ich sehr beeindruckend finde: Die Gesprächsrunden verwandeln sich oft spontan in Selbsthilfegruppen, weil jemand zum Beispiel berichtet, wie der Weg aus einer Alkoholsucht aussehen kann. Die Gäste beraten sich gegenseitig. Lebensnah.”

 

Gesund.zeit.raum

Das Projekt läuft und Ralf ist stolz: „Das Arztmobil steht jetzt jede Woche auf der Liefergas-se in der Düsseldorfer Altstadt und versorgt die Obdachlosen. Und bis auf eine Pause im Sommer und zu Weihnachten finden jeden Monat die immer besser besuchten „Frag-den-Doc”-Runden statt”, berichtet er. „Es ist toll, dass mir Janssen als mein Arbeitgeber die Freiheit gibt, mich einzusetzen - in jeder Beziehung. Das erweitert meinen Horizont und es vergeht kein Tag, an dem mich diese Arbeit nicht bereichert. Auch meinen Kindern erzähle ich davon. Eine meiner Töchter studiert jetzt Medizin. Sie will immer allen Dingen auf den Grund gehen - scheint in der Familie zu liegen.”

 

  • Das Corporate-Social-Responsibility-Projekt gesund.zeit.raum widmet sich der ganzheitlichen Versorgung von Wohnungs- und Obdachlosen sowie von anderen in Armut lebenden Menschen in Düsseldorf.
  • Menschen ohne Wohnung sind sich vieler gesundheitlicher Risiken nicht bewusst, sie sind ihnen aber aufgrund ihrer Lebensumstände besonders stark ausgesetzt.
  • Der Johnson & Johnson Corporate Citizen Trust ist ein eigenständiges Unternehmen. Es wurde 2007 gegründet, um die Corporate Social Responsibility (CSR) Aktivitäten des Gesundheitskonzerns Johnson & Johnson in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika (EMEA) zu verwalten. Der Trust unterstützt das Leuchtturmprojekt gesund.zeit.raum finanziell. Dabei übernimmt er 50 Prozent der Gesamtsumme von 600.000 Euro für drei Jahre Laufzeit. Die restlichen 50 Prozent spendet Janssen Deutschland.
  • Janssen spendet nicht nur Geld, sondern stellt auch Mitarbeiter frei, damit sie mit anpacken können.

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